Heliopolis: Die namenlosen Liebenden

Heliopolis Die namenlosen Liebenden ist der zweite Band der Jugendbuch-Dilogie rund um die verborgene Geschichte der Menschheit und den Kampf ums Überleben der Magie.

Heliopolis Die namenlosen Liebenden

Eine Welt aus Sand, die dem Untergang geweiht ist.

Eine ehemalige Prinzessin, die ihre Welt retten will.

Eine Geschichte um Vertrauen und Verrat, Intrigen und Machtspiele.


Inhalt:

Um ihre Welt zu retten, muss Akasha gemeinsam mit ihren Freunden die beiden magischen Kristalle wieder vereinen. Doch zurück auf Heliopolis findet sie sich inmitten uralter Intrigen und Machtspiele wieder, die ihr Vertrauen erschüttern.
Nicht zuletzt das zu den beiden Jungs, die sie ihr Leben lang begleitet haben  …


Die Heliopolis-Reihe umfasst zwei Bände.

Heliopolis: Magie aus ewigem Sand 

Band 1: Heliopolis Magie aus ewigem Sand 

Band 2: Heliopolis Die namenlosen Liebenden erscheint am 14. Januar 2019 bei Loewe.


Leseprobe aus Heliopolis Die namenlosen Liebenden

Vorsicht Spoiler zu Band 1!

1) Siedlung der Ausgestoßenen – Florida, 30. Juni

Die Bilder von Leemals Tod folgen mir in meine Träume. Wieder und wieder sehe ich vor mir, was ich getan habe, wie die Magie des Zwillings Leemal verschlingt. Weil ich es ihm befohlen habe.
In der ersten Nacht in der Siedlung der Ausgestoßenen bin ich schreiend aufgewacht. Habe um mich geschlagen, während ich versuchte, den grausamen Bildern zu entkommen. Jemand hielt mich fest. Yasmeen hatte Riaz gerufen, weil sie mich nicht aus meinen Albträumen reißen konnte. Er musste am nächsten Morgen zu der Heilerin der Siedlung. Die blauen Male zieren noch immer seinen Rippenbogen.
In der darauffolgenden Nacht hat meine Mutter über mich gewacht und mich mit Geschichten wie früher abgelenkt. Die Nächte danach waren erträglicher. Ich kann mich noch an die Bilder aus den Träumen erinnern, aber die damit einher- gehenden Gefühle, die Schuld und die Angst vor dem, wozu ich in der Lage bin, ging nicht mehr so tief. Ich weiß nicht, ob ich das gut oder schlecht finden soll. Erst seit zwei Nächten schlafe ich wieder allein in meiner Lehmhütte.
Das letzte Leuchten meines Traumes verblasst und ich blinzle in die Finsternis um mich herum. Es muss mitten in der Nacht sein. Durch das Fenster kann ich ein paar vereinzelte Sterne funkeln sehen. Nachts, in dieser alles umfassenden Dunkelheit der Everglades, ohne die Lichter der Großstadt Miami, kann ich am besten nachdenken. Nur wenn ich nicht schlafe, habe ich meine Träume so weit im Griff, dass es mir möglich ist, überhaupt zu denken.
Die Sommersonnenwende ist nun über eine Woche her. Anstatt die Hoffnung, die über der gesamten Siedlung hängt, in mich aufzunehmen wie die anderen und zuzulassen, über eine glückliche Zukunft nachzudenken und Pläne zu schmieden, stürze ich mich tagsüber in die Arbeit, suche mir neue Aufgaben und helfe, wo ich nur kann. Meine Magie ist allen hier sehr willkommen, Lenora und Mazen trainieren täglich mit mir, aber wirklich unter Kontrolle habe ich meine Fähigkeiten noch lange nicht.
Sobald das Tagwerk getan ist und alle anderen sich zu ausgelassenen Feiern in der Mitte der Siedlung treffen, verkrieche ich mich hier in der kleinen Lehmhütte, die Lenora mir zugewiesen hat. Ich schaffe es noch nicht, die Dunkelheit in meinem Inneren zu vertreiben, mein Leben wieder aufzunehmen wie die anderen.
Noch vor ein paar Wochen, direkt vor meiner Initiationszeremonie war mein Ziel klar: Ich wollte eine starke Insignie, wollte mich mit Riaz vermählen, damit wir gemeinsam die Letzte Stadt zu einem besseren Ort machen können. Doch was seither geschehen ist, hat mich verändert, meine Ziele sind zerronnen wie der Sand einer Sanduhr. Ich habe keine eigenen Träume mehr, wenn ich an die Zukunft denke. Alles, was ich vor mir sehe, ist undurchdringliches Schwarz. Mit jedem Tag habe ich Riaz, Yasmeen und Malak seltener gesehen. Wir haben uns immer weiter voneinander entfernt.
Riaz ist mit den anderen Formwandlern unserer Expedition unterwegs, Yasmeen und Malak unterstützen Lenora bei neuen Ankömmlingen in der Siedlung. Die beiden haben bereits hier ihr Glück gefunden: Sie brauchen ihre Liebe nicht länger zu verstecken.
Doch ich bin dazu nicht in der Lage, und ich weiß, dass Riaz es spürt. Nach allem, was in Summit geschehen ist, kann ich nicht weitermachen wie zuvor. Was zwischen Nicolas und Hailey passiert ist, hat mich verwirrt. Wie konnte ich diese heftigen Gefühle entwickeln? War da doch mehr als nur eine Manipulation? Ich fürchte mich vor dem Kribbeln in meinem Inneren, wenn ich an die gemeinsame Zeit mit Dante denke, wie vor dem schleichenden Entfernen von dem, was ich immer für eine niemals endende Liebe zu Riaz gehalten habe. Ich frage mich, was uns wirklich aneinandergebunden hat. Ob es wirklich Liebe war.
Ich habe Riaz immer weiter von mir geschoben. Er hat versucht, mich von diesem zermürbenden Schuldgefühl zu befreien, indem er ebenfalls behauptet hat, dass ich das Richtige getan habe. Aber wenn es richtig war, Leemal zu töten, warum fühlt es sich dann manchmal so falsch an, dass ich mir wünsche, die Zeit zurückdrehen zu können und eine andere Lösung zu finden?
Riaz kann mich nicht verstehen und ich verstehe nicht, wie es so weit kommen konnte. Dass ich mich ausgerechnet immer weiter von dem Menschen distanziere, der mich früher immer ergänzt hat, der Teil eines jeden Gedankens über meine Zukunft war. Nun ist unsere Zukunft ungewiss.
Ich starre zum Fenster hinaus in die Dunkelheit und die funkelnden Sterne über uns. Einer dieser leuchtenden Punkte ist Heliopolis. Meine Heimat.
Eine ausführliche Leseprobe zu Heliopolis Die namenlosen Liebenden gibt es schon bald hier.